Maria Bildhausen: Ein Zeitsprung ins Mittelalter

Feuriges Nachtleben im Mittelalter
Hanns Friedrich              18. September 2019
12:03 Uhr             
Aktualisiert am:
18. September 2019
12:42 Uhr
Rund 5000 Besucher waren rundum begeistert von dem Mittelalterfest in Maria Bildhausen, da mit einer beeindruckenden Feuershow endete.

         

"Einfach nur phantastisch.... Wahnsinn, was hier auf die Beine gestellt wurde...  ein toller Blick zurück in die Vergangenheit.... Das historische  Maria Bildhausen  eignete sich dafür ja ganz super..." Einige der Kommentare der rund 5000 Besucher, die am Samstag und Sonntag das "Forum Cistercium" besuchten und sich in die Zeit des Mittelalters entführen ließen.

Besonderer Besucherandrang war am Sonntag, aber auch der Samstag sah schon Hunderte von Gästen, die über das weitläufige Gelände schlenderten. Historisches Lagerleben, Händler, Live Konzerte, Gaukelei, Kinderprogramm und vor allem der Fackelzug und die Feuershow am Samstagabend zogen die Besucher an, die von überall her kamen. Die fünfte Auflage des Forums Cistercium in Münnerstadt war ein voller Erfolg, sagen die Veranstalter.

Das gesamte Team war mit eingebunden und so sah man denn auch Rainer Waldvogel, Gesamtleiter des Dominikus Ringeisenwerks am Eingang, wo er den Besuchern statt Karten einen Stempel aufdrückte. Auf dem Gelände unterwegs war sein Stellvertreter Michael Nowotny und unter anderem auch Matthias Guck, sowie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behinderteneinrichtung. War das Lagerleben bei Tag schon ein Anziehungspunkt, so hatte vor allem das Nachtleben ein besonderes Flair. Mit Einbruch der Dunkelheit flackerten an den Zelten die Lagerfeuer, die Laternen an den Ständen und Öllampen wurde entzündet und gaben dem mittelalterlichen Lagerleben eine ganz besondere Atmosphäre.

 

Abbild ohne kriegerische Handlungen

So in etwa mag es im Spätmittelalter ausgesehen haben, als die Menschen oftmals noch in Zelten lebten, ihre Viehherden betreuten und auch eine unruhige Zeit hatten. Gerade im Zisterzienserkloster  Maria Bildhausen  war das Mittelalter präsent. Natürlich nicht in der Form, wie man sie am Wochenende erlebte. Es war die Zeit des Bauernaufstands, die Zeit, als das Kloster große Zerstörungen hinnehmen musste. Doch das alles rückte beim Mittelalterfest am Wochenende in den Hintergrund. Da ging es nicht kriegerisch zu, auch wenn man immer wieder Waffen, Rüstungen und Helme sah. Da übte ein Messerwerfer sein Kunst, wer wollte konnte sich auch einmal im Armbrustschießen üben.

Musik und Fackelzug

Fast gemütlich ging es am Abend zu, als die Teilnehmer des Forum Cistercium an ihrem Lagerfeuer saßen oder sich bei Kerzenschein unterhielten, ihren "Met" tranken und das auf dem Rost gegrillte verspeisten. Der Nachtwächter drehte sein Runden und wurde hie und da in ein Gespräch verwickelt. Immer wieder begeisterten die Musikgruppen auf der Bühne wie "Schattenschweif", "Gugelhupf" oder Peter der Barde. Auch hier war die Bühne in den Abendstunden ein besonderer Hingucker. Gegen 21 Uhr hörte man dann mittelalterliche Musik und konnte einen besonderen Fackelzug miterleben. Die Teilnehmer des Mittelaltermarktes machten sich nämlich auf den Weg, um nach einem Rundgang am historischen Abteigebäude zu enden. Mit dabei hatten sie ihre verschieden gestalteten Fahnen, die auf einfachen Stecken montiert waren.

Hier fand man sich zunächst in einem großen Kreis zusammen und erfuhr Interessantes bevor die Feuershow die Gäste in den Bann zog. Da sah man Feuerschlucker aber auch Akrobatik mit Feuerreifen und vieles mehr. Die beiden Darstellerinnen verstanden es durch ihre Vorführungen die Umstehenden in ihren Bann zu ziehen. "Einfach nur toll... das ist Professionalität vom Feinsten... das muss man erlebt haben... " sagten die Zuschauer, die eine Zugabe forderten. Gegen 22 Uhr kehrte dann langsam die Nachruhe ein, Zelte wurden zugeschlagen, die Kerzen und Lampen gelöscht und schließlich flackerte noch hie und das die Lagerfeuer. Ganz klar: Das nächste Forum Cistercium wird es geben und zwar im Jahr 2021.





 


Hanns Friedrich              15. September 2019
12:00 Uhr             Aktualisiert am:
15. September 2019
17:09 Uhr
Ein Blick vom "Petersberg" zeigte am Wochenende, dass das ehemalige Zisterzienserkloster Maria Bildhausen ganz im Bann des Mittelalter versunken war.

           

Wohin man schaute größere und kleinere Zelte, über dem offenem Feuer brutzelte das Essen, Bauchtänzerinnen und Jongleure traten auf und zahlreiches altes Handwerk konnte bewundert werden. Kinder und Jugendlichen stellten dabei oftmals Fragen. Zum Beispiel wie lange man an einem Schwert geschmiedet hat, oder warum man zum Wäsche waschen eine Wanne brauchte und wie das war, als man noch mit Pfeil und Bogen unterwegs war - all das wurde geduldig beantwortet. "Die Kinder heute können es ja nicht wissen, wie schwer das Leben früher war," sagte einer der Aussteller, der Pfeil und Boten erklärte und wie man zu zielen und zu schießen hatte.

Dass beim Mittelaltermarkt in Maria Bildhausen natürlich auch noch die Sonne ihr Bestes gab, das brachte nicht nur zahlreiche Besucher, sondern viele Fotomotive ein. Zum fünften Mal wurde das Forum Cistercium in der historischen Klosteranlage angeboten und viele Schausteller waren gekommen. Vieles, was die Tausende Besucher in den letzten Jahren begeistert hat, war wieder geboten. Natürlich gab es auch viel Neues zu entdecken. Allein 50 Lagergruppen mit rund 450 Teilnehmern waren am Samstag und Sonntag über die weitläufigen Klosteranlage verstreut.

Im Jahr 2013 gab es den Auftakt für dieses Spektakel. Man wollte das Mittelalter in den historischen Mauern des ehemaligen Zisterzienserkloster wieder wach werden lassen. Pünktlich um 14 Uhr öffnete am Samstag der diesjährige Mittelaltermarkt seine Tore. Bereits an den Eingängen gab es einige Hingucker, so einen Stelzenmann oder ein Ritterfräulein mit einem großen Schwert. "Wer darunter durchpasst, zahlt keinen Eintritt," hieß es für die Gäste. An beiden Tagen gab es wieder verschiedene Handwerksvorführungen. Damit die Besucher einen umfassenden Einblick in das Leben im Mittelalter bekommen, haben die Veranstalter den Thulbaer Bauernhaufen eingeladen. Sie boten an beiden Tagen die "Zehntabgabe", sowie den "Klostersturm".   Höhepunkt am Samstagabend war der Fackelzug und die  Feuershow nach Einbruch der Dunkelheit. Natürlich ist auch wieder an die Kinder gedacht worden. Nicht fehlen darf beim Forum Cistercium die mittelalterliche Musik.

Ritter, Knappen, Burgfräulein und das ganz normale Volk in mittelalterlichen Kostümen mischten sich unter die Besucher. Auf  den Ständen der weit gereisten Händler gab es vielerlei zu entdecken und zu bestaunen. Und wenn man glaubte, schon alles gesehen zu haben, entdeckte man plötzlich in irgend einem Winkel noch etwas Interessantes. Da gab es Kleinkunst, Tücher, Decken und Felle. Geschichte wurde an allen Ecken und Enden wach und wer nachfragte, erfuhr, dass gerade im Mittelalter die Klöster ihre intensivste und prägendste Zeit hatten. Genau das sollte dargestellt werden und ist auch wieder gelungen. Dass solch ein mittelalterliches Spektakel zu Maria Bildhausen passt, zeigt ein Blick in die Geschichte: Das Kloster Bildhausen war im Mittelalter prägend für die Region Grabfeld und weit darüber hinaus. Zum Namen Forum Cistercium erfuhr man in Maria Bildhausen, dass  Cistercium der lateinische Name von Citeaux, dem Stammkloster der Zisterzienser ist. Das lag 24 Kilometer südlich von Dijon in Burgund. Von ihm leitet sich der Name "Zisterzienser" ab. Den Mittelaltermarkt gibt es im zweijährigen Turnus , also wieder im Jahr 2021.

 

 





 

 


 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 


 

 

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