Ein Fest im Kloster mit einmaligem Flair
Anton Then              20. September 2015 


Einmal im Jahr verwandeln Freunde mittelalterlichen Lebens die Klosteranlage Maria Bildhausen in ein großes Gelage. Die Besucher können nachfühlen, wie das Leben damals war und sie genießen die Atmosphäre in historischen Mauern.

Ritter, Gaukler, Musikanten, Händler, Edelfrauen. Das altehrwürdige Kloster Maria Bildhausen, 1156 von Hermann von Stahleck gegründet und von 1158 bis zur Säkularisation im Jahre 1803 im Besitz der Zisterzienser, war am Wochenende geprägt vom Leben im Mittelalter und wurde für zwei Tage in diese Geschichtsepoche beim dritten Forum Cistercium zurückversetzt.
Gerade diese Jahrhunderte üben in der heutigen, schnelllebigen Zeit eine außergewöhnliche Faszination aus. Viele, teils gewandete Besucher aller Alterskategorien kamen vor allem auch deswegen, weil die 29 Lagergruppen, 27 Händler und zwei Musikgruppen die einstige, bescheidene und anstrengende, von Entbehrungen geprägte Lebensweise in ihrem äußeren Erscheinungsbild, ihren Behausungen, ihren handwerklichen Tätigkeiten, ihren Erzeugnissen, ihren Ess- und Trinkgewohnheiten und ihrer Bewaffnung eindrucksvoll darstellten.


Küche anno dazumal

uckerbäcker, Garbräter, Suppenköche und andere sorgten für Speis und Trank. Musikanten, Gaukler und Feuerspucker für Unterhaltung, dazu das Spektakel mit den klirrenden Schwertern bei Kämpfen von männlichen und weiblichen Kontrahenten. Zusätzlich in der bunten Angebotspalette waren Führungen durch die Klosteranlage, eine Stunde der Poesie, Reiten auf dem Kamel oder Pony, ein Abendkonzert, eine Feuershow und ein Gottesdienst.
"Tristan" aus Geldersheim, Anführer der Wikingergruppe "Wilde Horde", deren Mitglieder aus dem Raum Schweinfurt und Würzburg kommen, meinte, das Mittelalterfest in Maria Bildhausen sei das schönste und größte, das er kenne. "Das ist wie in einer riesengroßen Familie in einem besonderen Ambiente in einer wunderschönen Anlage." Hier sei man abgetrennt, aber doch auf engstem Raum.
Die "Wilde Horde" trifft sich einmal im Monat zum Stammtisch und besucht etwa sechs Lager im Jahr im Umkreis von rund 100 Kilometer. "Das waren auch schon mehr, aber man wird halt auch älter", sagt "Tristan" schmunzelnd. Auch Schwester Werenfried Söffge CSJ, Oberin des Konvents in Maria Bildhausen, fühlte sich "an die alten Zeiten erinnert".
Ihr gefiel vor allem "die besondere Atmosphäre mit dem besonderen Leben." Als erfreulich bezeichnete die Ordensfrau, dass das Mittelalterfest kein Volksfest mit dem vielen Rummel sei, vielmehr eine spezielle Ausstrahlung habe.

 


 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 


 

 

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